30.04.2018 - 20:13 Uhr

Nachlese des ersten Projekttreffens - OptiKoM und Prädikat „Unternehmen mit Mediationskompetenz“


„Präventiv mit Kostenvorteilen zu kommen macht keinen Sinn bei Betrieben, die eher irrationale Entscheidungen treffen. Frei nach dem Motto – Will ich jetzt nicht, egal was es kostet. Da befinden wir uns eher in den kleineren Betrieben. Und mit Beratung klappt es auch nur schwerlich, da diese erstmal belastet als entlastet“ sagt Achim Gilfert, der im Medationsverbund Deutschland (M.V.D) das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. vertritt und der das erste gemeinsame Projekttreffen in diesem Rahmen organisiert hat.

Dr. Carmen Poszich-Buscher hält aber dagegen, dass man dies nicht so global sagen kann. Eine Vielzahl auch der kleinen Betriebe hat sehr wohl die Kosten im Blick und versuchen, diese zu optimieren. Das erlebt sie bei ihrer täglichen Arbeit in Unternehmen und sozialen Einrichtungen im märkischen Kreis, Ruhrgebiet und Bergischem Land. „Diese Unternehmen legen Wert auf die Entwicklung und das Trainieren von unternehmensspezifischen Standards in der Kommunikation, des Konfliktmanagements und der Personalentwicklung. Steigende Erfahrungswerte führen dazu, dass Endlosdiskussionen und eskalierende Kleinigkeiten reduziert werden und im Gegenzug eine konstruktive und kreative Arbeitsatmosphäre Einzug hält“, so die Neurobiologin.

Mit diesem Einstieg begann das erste Treffen der beiden M.V,D. Projekte OptiKoM (Optimierung von Konfliktkosten durch Mediation) und des Prädikats „Unternehmen mit Mediationskompetenz“. „Im Projekt OptiKoM wollen wir mit kleinen und mittleren Betrieben ein anwendbares Konflikterfassungsinstrument entwickeln. Es soll dazu dienen, auch verdeckte Konfliktkosten bilanzierbar zu machen. Zwar gibt es Berechnungsvorschläge in großen Unternehmen, die sind aber nicht so einfach bei kleinen Unternehmensgrößen anwendbar. „Je kleiner der Betrieb umso höher ist die Aufgabendichte pro Mitarbeiter. Konflikte können daher in Relation höhere Auswirkungen auf den Betrieb haben“ erläutert Gilfert. „In dem Projekt wollen wir also Optimierungspotentiale erkennen und Maßnahmen zu deren Reduzierung entwickeln“ so der Verantwortliche für die Unternehmernetzwerke weiter.

„Ein Werkzeug ist hier das Prädikat für „Unternehmen mit Mediationskompetenz““ führt Frau Dr. Poszich-Buscher aus. Das ist auch ein schönes Beispiel für die Verzahnung der Aktivitäten im M.V.D. Das Prädikat wird von den im M.V.D. zusammengeschlossenen Institutionen und Experten an Unternehmen für ihren herausragenden Beitrag zur Etablierung von mediativen Kommunikations- und Konfliktlösungskompetenzen und zur Nutzung von Mediation in der Arbeitswelt verliehen. „Unternehmen haben die Möglichkeit, das Prädikat in der Werbung um Nachwuchs und Fachkräfte einzusetzen sowie es auch als Bindungsinstrument für die vorhandenen Mitarbeiter zu nutzen“ so Frau Dr. Poszich-Buscher weiter.

„Im Weiteren lässt sich das Prädikat bei Ausschreibungen und der Auftragsakquise als besonderes Engagement im HR Bereich heranziehen. Es zeigt auch Kunden und Lieferanten, dass man mit Ihnen sprechen kann“ erklärt Achim Gilfert und weist darauf hin, dass der Einsatz des Prädikats die Konfliktkosten reduzieren und für flüssigere Prozessabläufe sorgen wird.

Mit diesen Möglichkeiten im Gepäck plant das Projekt Gespräche auf Landesebene, um für Unternehmen abrufbare Fördermittel bei der Anwendung des Prädikats „Unternehmen mit Mediationskompetenz“ im Rahmen der Ressourceneffizienz in Kleinen und Mittleren Unternehmen zu ermöglichen. Gerade vor dem Hintergrund des Facharbeitermangels und der Komplexität und damit konfliktbehafteten Digitalisierung wäre diese Unterstützung umso wichtiger.

Folgend finden Sie Links zu den Beteiligten an den Projekten. Dr. Poszich-Buscher (mediation-als-kompetenz.de) und Achim Gilfert (mensch-und-betrieb.de) arbeiten auch außerhalb des Mediationsverbundes zusammen. Dabei kümmert sich auch im Rahmen der Digitalisierung in Betrieben Frau Dr. Poszich-Buscher um die präventiven Ansätze und Achim Gilfert darum, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Der Mediationsverbund Deutschland (M.V.D.) ist ein offenes Kompetenznetzwerk für Experten und Anwender. Auch unser Verein engagiert sich in diesem Verbund. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter mediationsverbund.de


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